• The opera has begun: 14.11.2020, 15:02:13
  • Die Oper hat begonnen: 14.11.2020, 15:02:13
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  • Die Oper hat begonnen: 14.11.2020, 15:02:13
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The Village

 

Eine Oper durch Raum und Zeit

The Village Joel Mandelbaum Susan Fox

About

 

Joel Mandelbaum (Komponist)

&

Susan Fox (Librettistin)

Die Oper „The village“, komponiert von Joel Mandelbaum, 1995 in New York uraufgeführt, basiert auf einer wahren Begebenheit: Ein Junge wird von seiner Mutter in ein französisches Dorf gebracht. Er soll hier versteckt werden. Es ist die alte Geschichte von „New in Town“- nur das dem Jungen die Gaskammer droht- und den Dorfbewohnern Vergeltungsaktionen der Nazis.

 

Das Dorf entscheiden sich dafür den Jungen zu schützen.

 

Am Ende hat der Junge überlebt.

 

Über 6 Millionen andere sind tot.

 

Das Dorf ist in vieler Hinsicht ein Mikrokosmos- ein Mikrokosmos, den wir- bis das Orchester ausgeklungen ist - nicht mehr verlassen werden. Und doch ist das Dorf keine Insel- das Äußere dringt hinein, in Form von Nachrichten, von Gerüchten sowie den Briefen der Mutter und schließlich auch verkörpert durch deutsche Besatzungssoldaten. Die Welt lässt sich nicht aussperren, sie lässt sich nicht anhalten oder zurückspulen- auch wenn es Momente gibt, in denen man das gerne täte.

Es scheint angemessen die Oper ausgerechnet heute, im Jahr 2020, einem Moment des Umbruchs, aufzuführen. Neue Zeiten erfordern neue künstlerische Ausdrucksweisen. Kunst darf und kann nicht weggepackt werden, genauso wenig wie man die 6 Millionen Holocaust Opfer säuberlich wegpacken kann. Wir leben in einer Zeit in der sich Grenzen zwischen Öffentlichem und Privatem zunehmend auflösen. Was ist drinnen? Was ist draußen? Was gehört dazu und was nicht? Die immer größer werdenden Grauzonen und Fragen die dies aufmacht haben auch Konsequenzen für die Kunst.

 

Daher hat Regisseurin Agnes Oberauer entschieden die Oper in ganz Hamburg und über den Zeitraum von fünf Monaten zu setzen. Hamburg ist voll von Vergangenheit- sie findet sich nicht nur in Denkmälern, sondern auch in der Architektur, in seinen Menschen, in ihren Erinnerungen- und nicht zuletzt im Boden unter unseren Füßen.

Wir haben uns auf die Suche gemacht- nach Orten, die etwas zu erzählen haben- Die Schule Bullenhuser Damm, das KZ-Neuengamme, der Hannoversche Bahnhof, die Trümmer im Boden von Rothenburgsort- aber vor allem nach Orten die unsichtbar sind.

    Was ist ein Dorf?

Die Musik definiert ein Motiv als die kleinste musikalische Einheit. Es kann wiederholt, versetzt, verändert werden. Es kann mit anderen Motiven verschmelzen. Es kann verschwinden und wiederkehren. Musik lässt sich nicht einfrieren, sie schwimmt im Fluss der Zeit, existiert nur im jetzigen Moment- und in der Erinnerung. Auch zeitlich wollen wir das Werk nicht einsperren- es soll über mehrere Monate hinweg stattfinden- in ganz Hamburg und mit ganz Hamburg. Wir wollen verschiedene Motive setzen: Gegenstände, Figuren, Gesten, Menschen, Töne und Texte.  Wir wollen sie aufleben lassen an verschiedenen Orten, nur um dann wieder zu verschwinden oder woanders, in anderer Form, an einem anderen Ort wiederaufzutauchen.

 

So soll eine unsichtbare Landkarte über Hamburg entstehen: im realen und digitalen Raum. Wir wollen das Unsichtbare sichtbar machen, das Drinnen nach Draußen kehren und das Draußen nach Drinnen. Wir wollen Fäden spannen in Raum und Zeit. Wir wollen jede Figur, jede Note, jedes Thema, jeden Akteur, jedes Objekt auf eine Reise schicken- durch Hamburg und durch die Zeit- um dann im April in der St. Katharinenkirche zusammenzufließen, vielleicht auch zusammenzustoßen.

 

Die Vergangenheit soll mit der Gegenwart tanzen.

 

The Village Joel Mandelbaum Susan Fox
The Village Joel Mandelbaum Susan Fox